06891 - Spialia sertorius (Hoffmannsegg, 1804)
RL D: * (ungefährdet) / RL SN: 0 (ausgestorben/ verschollen)
Spialia sertorius besiedelte in Sachsen wärmebegünstigte, trockenrasenreiche Offenlandbereiche mit lückiger Vegetation. Die wenigen bekannten Fundorte lagen an südexponierten Kalk- und Diabasfelshängen sowie auf magerem Grünland. Räumlich konzentrieren sich die Vorkommen auf die Landschaften des Vogtlandes; einzelne historische Nachweise stammen aus Westsachsen (Raum Crimmitschau, Naunhofer Wiesen).
Für die Zeit vor 1950 existieren nur sehr vereinzelte Belege. Während mehrere ältere Faunenwerke die Art für Sachsen nicht nennen, werden aus dem Raum Crimmitschau Funde von 1882 und 1901 überliefert; zudem ist ein früher Nachweis aus dem Elstertal bei Jocketa dokumentiert. Ein weiterer belegter Fund stammt von 1909 aus den Naunhofer Wiesen bei Leipzig.
Im sächsischen Vogtland wurde die Art 1974 an den Kalkhängen der Talsperre Pirk wiederentdeckt und bis 1986 mehrfach bestätigt. Ein weiteres, bis 1989 belegtes Vorkommen bestand an den Diabasfelshängen des Elstertales (Steinicht). Eine Beobachtung aus dem Jahr 1993 am selben Ort gilt als letzter Hinweis. Seither fehlen gesicherte Nachweise, sodass derzeit von einem Erlöschen der Art in Sachsen auszugehen ist.
