Limacodidae (Schneckenspinner)


Die Limacodidae (Schneckenspinner) wirken als Falter auf den ersten Blick unscheinbar, doch ihre Raupen gehören zu den ungewöhnlichsten Gestalten unserer heimischen Lepidopterenfauna. Mit ihrem flachen, schneckenartigen Körperbau, den oft leuchtenden Farben und den teils auffälligen Stacheln oder Warzen bewegen sie sich gleitend über Blätter – ein Erscheinungsbild, das sie sofort von allen anderen Raupengruppen unterscheidet. Die Falter selbst sind kompakt gebaut, besitzen breite Flügel und zeigen eine ruhige, unauffällige Flugweise.

 

Die Familie ist in Europa durch eine einzige Unterfamilie vertreten: 

  • Limacodinae – mit wenigen, aber biologisch hochspezialisierten Arten

In Sachsen kommt die Familie nur durch eine einzige Art vor: Heterogenea asella, ein typischer Bewohner laubholzreicher Wälder. Die Art besiedelt vor allem Eichen- und Buchenwälder, findet sich aber auch in Mischwäldern mit ausreichendem Anteil dieser Baumarten. Die Raupen leben an den Blättern verschiedener Laubgehölze, bevorzugt an Eiche, und benötigen strukturreiche Bestände mit gut entwickelter Kronenschicht und ausreichender Beschattung.

 

Schneckenspinner reagieren sensibel auf die Vereinheitlichung von Wäldern, den Verlust alter Laubbäume und die Reduktion von Mischbaumanteilen. Ihr Vorkommen weist auf vielgestaltige, naturnahe Laub- und Mischwälder hin, in denen unterschiedliche Altersstufen und ausreichend ungestörte Entwicklungsbereiche vorhanden sind. Damit tragen sie zur Einschätzung der ökologischen Qualität traditioneller Waldlebensräume bei.

 


03907 Apoda limacodes (Hufnagel, 1766) Großer Schneckenspinner
03912 Heterogenea asella (Denis & Schiffermüller], 1775) Kleiner Schneckenspinner