07011 - Colias palaeno (Linnaeus, 1761) ssp. europome (Esper, [1778])
RL D: 2 (stark gefährdet) / RL SN: 1 (vom Aussterben bedroht)
Die Falter des Hochmoorgelblings werden aktuell nur noch im Mittelerzgebirge und im Westerzgebirge nachgewiesen. Von früher besiedelten Plätzen im Osterzgebirge wird die Art seit einigen Jahrzehnten nicht mehr gemeldet. Ein verstecktes Vorkommen kann aber nicht ausgeschlossen werden, da sich die Falter bei niedrigen Populationsdichten jahrelang den Beobachtungen entziehen können.
Die Verbreitungskarte bestätigt dieses Bild: Ältere Nachweise vor 1980 sowie Funde aus dem Zeitraum 1981–2010 liegen aus mehreren Hochlagen des Erzgebirges vor, mit Schwerpunkt im mittleren und westlichen Bereich. Auch die aktuellen Meldungen ab 2011 beschränken sich auf wenige Rasterfelder im gleichen Raum. Aus anderen Regionen Sachsens liegen keine jüngeren Nachweise vor.
Die Karte dokumentiert damit ein stark eingeengtes Vorkommen. Colias palaeno bleibt in Sachsen eine selten nachgewiesene Art mit isolierten Restvorkommen in hochgelegenen Moor- und Feuchtwiesenstrukturen des Erzgebirges.
In Sachsen werden die Randbereiche der noch vorhandenen Hochmoorflächen besiedelt. Neben dem Vorkommen der Rauchbeere müssen im näheren Umfeld auch blütenreiche Flächen vorhanden sein, da in den Hochmooren selbst nur wenige Nektarsaugpflanzen für den Falter zu finden sind.
Die einbrütige Art fliegt von Anfang Juni bis Ende Juli (Anfang August).
Die Weibchen legen die Eier einzeln auf der Blattoberseite der Rauschbeere ab, wobei niedrige und kümmerlich entwickelte Pflanzen bevorzugt werden. Die Pflanzen sollten zudem sonnig stehen. Nach Überwinterung der halberwachsenen Raupen erfolgt die Verpuppung an den Stängeln der Raupennahrungspflanze.
Die mittelgroßen Falter weisen eine etwa 24 mm Vorderflügel-Kantenlänge auf. Oberseits ist das Männchen schwefel- bzw. zitronengelb, das Weibchen grünlichweiß gefärbt, mit breitem, durchgehend schwarzem Rand auf der Oberseite der Vorder- und Hinterflügel. Das schwärzliche Saumband der Vorderflügel-Oberseite ist nicht von gelben Adern durchzogen. Die meist mit dunklen Schuppen gesprenkelte Hinterflügel-Unterseite besitzt einen einfachen hellen Zellfleck; keine Saumflecke.
