06918 - Carterocephalus palaemon (Pallas, 1771)
RL D: * (ungefährdet) / RL SN: V (Vorwarnliste)
Der Gelbwürfelige-Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon) ist in Sachsen eine typische Art feuchter bis mäßig trockener, strukturreicher Offenlandbiotope. Er bevorzugt extensiv genutzte Wiesen, lichte Waldränder und Waldlichtungen mit einem hohen Anteil an krautiger Vegetation. Besonders wichtig sind Übergangsbereiche zwischen Feuchtwiesen und Waldsäumen sowie Bach- und Flusstäler mit naturnahen Strukturen. In Sachsen finden sich geeignete Habitate vor allem in den Niederungen und den Randbereichen der Mittelgebirge.
Die aktuellen Vorkommen konzentrieren sich auf die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, die Königsbrücker Heide sowie die Talauen der Spree und Schwarzer Elster. Weitere Nachweise stammen aus dem Erzgebirgsvorland und den Randbereichen des Osterzgebirges, wo die Art auf Waldlichtungen und extensiv genutzten Wiesen vorkommt. Auch im Mittelsächsischen Lösshügelland gibt es vereinzelte Funde, vor allem in naturnahen Feuchtgebieten.
Historische Nachweise reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Carterocephalus palaemon war früher in vielen Niederungen und Talauen Sachsens verbreitet, wo großflächige Feuchtwiesen und lichte Wälder vorkamen. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Entwässerung von Feuchtgebieten kam es im 20. Jahrhundert zu deutlichen Rückgängen. In den letzten Jahrzehnten zeigen sich stabile Restvorkommen in Schutzgebieten und in Bereichen mit angepasster Pflege. Die meisten aktuellen Nachweise stammen aus den letzten 20 Jahren, mit Schwerpunkten in der Oberlausitz und den großräumigen Niederungen Sachsens. Langfristig bleibt die Art stark von der Erhaltung strukturreicher Offenlandbiotope abhängig.
