Die Geometridae (Spanner) gehören zu den artenreichsten und formenreichsten Nachtfalterfamilien Mitteleuropas. Viele Arten wirken zart, mit fein gezeichneten Flügeln und einer eleganten, oft leicht transparenten Erscheinung. Typisch ist ihre ruhige Flugweise in der Dämmerung oder Nacht. Die Raupen – die „Spanner“ im eigentlichen Sinne – bewegen sich in der charakteristischen, bogenförmigen „Messbewegung“, da ihnen die mittleren Bauchbeine fehlen. Diese Fortbewegungsweise macht sie unverwechselbar und verleiht ihnen eine hervorragende Tarnung als kleine Zweige oder Blattstiele.
Die Familie gliedert sich in sechs Unterfamilien, die auch in Sachsen vertreten sind:
In Sachsen besiedeln die Spanner ein breites Spektrum an Lebensräumen: laubholzreiche Wälder, Waldränder, feuchte Schluchtwälder, Heckenlandschaften, Wiesen, Säume und montane Offenbereiche. Die Raupen leben an einer Vielzahl von Laubgehölzen und krautigen Pflanzen, darunter Birke, Buche, Eiche, Weide, Heidelbeere oder verschiedene Staudenarten. Entscheidend sind strukturreiche Bestände mit gut entwickelter Strauch‑ und Krautschicht sowie ausreichend ungestörten Entwicklungsbereichen.
Spanner reagieren emfindlich auf die Vereinheitlichung von Waldbeständen, den Verlust von Strauch‑ und Krautschicht, intensive Mahdnutzung oder die Entwässerung feuchter Waldstandorte. Ihr Vorkommen weist auf vielgestaltige, naturnahe Laub‑ und Mischwälder sowie auf extensiv gepflegte Offenlandbereiche hin. Damit tragen sie wesentlich zur Einschätzung der ökologischen Qualität waldgeprägter und halboffener Lebensräume bei.
