Die Geometroidea bilden eine der artenreichsten Überfamilien der Schmetterlinge und sind vor allem durch ihre charakteristischen Raupen bekannt: Die sogenannten „Spannerraupen“ bewegen sich in typischen, bogenförmigen Schritten fort, weil ihnen mehrere Bauchbeinpaare fehlen. Diese besondere Fortbewegungsweise hat der Gruppe ihren deutschen Namen gegeben und macht die Raupen im Gelände leicht erkennbar. Die Falter selbst besitzen meist schlanke Körper und breite, oft zart gezeichnete Flügel, die sie in ruhiger Haltung flach ausbreiten.
Zur Überfamilie gehören in Mitteleuropa vor allem zwei Familien: die Geometridae (Spanner) und die deutlich kleinere Uraniidae (Uranienspinner), wobei letztere in Sachsen nicht vorkommt. Die Spanner stellen den weitaus größten Teil der Vielfalt und zeigen eine enorme Bandbreite an Formen, Farben und Lebensweisen. Viele Arten sind hervorragend getarnt und imitieren Rindenstrukturen, Flechten oder vertrocknete Blätter, was sie tagsüber nahezu unsichtbar macht.
In Sachsen sind die Spanner (Geometridae) mit zahlreichen Arten vertreten und besiedeln nahezu alle Lebensräume von Wäldern über Offenland bis zu Siedlungsbereichen. Die Raupen ernähren sich überwiegend von Laubgehölzen oder krautigen Pflanzen und sind aufgrund ihrer Tarnung oft erst bei Bewegung zu entdecken. Die Falter erscheinen überwiegend in der Dämmerung oder nachts und lassen sich gut am Licht nachweisen, während ihre feinen Zeichnungen und die oft filigrane Gestalt sie zu einer der elegantesten Gruppen der Nachtfalter machen.
