Familien der Cossoidea


Die Cossoidea umfassen eine Gruppe von Schmetterlingen, deren Entwicklung eng an holzige Pflanzen oder unterirdische Pflanzenteile gebunden ist. Viele Arten besitzen kräftige, kompakt gebaute Falter mit eher unauffälliger Flügelzeichnung, was gut zu ihrer überwiegend dämmerungs- oder nachtaktiven Lebensweise passt. Charakteristisch ist vor allem die Entwicklung der Raupen: Sie bohren in Stämmen, Ästen oder Wurzeln und leben dort über viele Monate verborgen im Inneren des Pflanzengewebes.

 

Zur Überfamilie gehören in Mitteleuropa vor allem zwei Familien: die Cossidae (Holzbohrer) und die Sesiidae (Glasflügler). Die Holzbohrer zeichnen sich durch große, robuste Raupen aus, die tiefe Fraßgänge in Gehölzen anlegen und oft erst durch Bohrmehl oder welkende Triebe auffallen. Die Glasflügler hingegen sind durch ihre durchsichtigen Flügel und die oft wespenähnliche Gestalt leicht zu erkennen – eine Form der Mimikry, die sie vor Fressfeinden schützt und sie deutlich von anderen Nachtfaltern unterscheidet.

 

In Sachsen sind beide Familien vertreten. Die Holzbohrer treten meist mit wenigen, aber auffälligen Arten auf, deren Entwicklungszyklen mehrere Jahre dauern können. Die Glasflügler sind artenreicher und aufgrund ihrer tagaktiven, schnellen Flugweise sowie ihrer spezifischen Bindung an bestimmte Wirtspflanzen oft leichter nachzuweisen. Ihre Kokons und Fraßspuren an Stängeln oder Wurzeln verraten häufig die Anwesenheit der Raupen, während die Falter selbst nur kurze Zeit im Jahr erscheinen.


Cossidae (Holzbohrer)

Sesiidae (Glasflügler)