Die Sphingidae (Schwärmer) verbinden Kraft und Eleganz wie kaum eine andere Nachtfalterfamilie. Mit ihren langen, schmalen Flügeln, dem stromlinienförmigen Körper und der Fähigkeit zum Schwirrflug wirken sie fast wie kleine Kolibris. Viele Arten erscheinen bereits in der Dämmerung, andere fliegen tief in der Nacht, und einige – wie Macroglossum stellatarum (Taubenschwänzchen) – sind sogar tagaktiv und an Blüten kaum zu übersehen.
Die Familie gliedert sich in drei Unterfamilien, die alle in Sachsen vertreten sind:
In Sachsen sind die Schwärmer mit zahlreichen Arten vertreten, die ein breites Spektrum an halboffenen bis gehölzreichen Lebensräumen nutzen. Häufig findet man sie an Waldrändern, Hecken, Gärten, Parks, Flussauen und blütenreichen Offenflächen. Wandernde Arten wie der Agrius convolvuli (Windenschwärmer) oder das Macroglossum stellatarum (Taubenschwänzchen) erscheinen regelmäßig in Siedlungsbereichen und Kulturlandschaften, während standorttreuere Arten wie Smerinthus ocellata (Abendpfauenauge) oder Laothoe populi (Pappelschwärmer) stärker an strukturreiche Gehölzbestände gebunden sind.
Die Raupen der Schwärmer sind durch ihr typisches „Schwanzhorn“ gut erkennbar und nutzen ein breites Spektrum an Nahrungspflanzen – von Weiden, Pappeln und Birken über Labkraut bis zu Nachtkerzen oder Windengewächsen. Entscheidend sind strukturreiche, extensiv gepflegte Landschaften, die sowohl Blütenreichtum für die Falter als auch ausreichend Raupennahrung bieten.
Schwärmer reagieren empfindlich auf den Rückgang blütenreicher Säume, auf die Vereinheitlichung von Gehölzstrukturen und auf die Intensivierung der Nutzung. Ihr Vorkommen zeigt an, wo vielgestaltige, artenreiche Offen- und Halboffenlandschaften noch erhalten sind. Gleichzeitig profitieren einige Arten von naturnah gestalteten Gärten und urbanen Grünflächen, sofern dort ein ausreichendes Blütenangebot vorhanden ist.
| 06819 | Mimas tilia (Linnaeus, 1758) | Lindenschwärmer |
| 06822 | Smerinthus ocellata (Linnaeus, 1758) | Abendpfauenauge |
| 06824 | Laothoe populi (Linnaeus, 1758) | Pappelschwärmer |
| 06828 | Agrius convovuli (Linnaeus, 1758) | Windenschwärmer |
| 06830 | Acherontia atropos (Linnaeus, 1758) | Totenkopfschwärmer |
| 06832 | Sphinx ligustri (Linnaeus, 1758) | Ligusterschwärmer |
| 06834 | Sphinx pinastri Linnaeus, 1758 | Kiefernschwärmer |
| 06839 | Hemaris tityus (Linnaeus, 1758) | Skabiosenschwärmer |
| 06840 | Hemaris fuciformis (Linnaeus, 1758) | Hummelschwärmer |
| 06843 | Macroglossum stellatarum (Linnaeus, 1767) | Taubenschwänzchen |
| 06845 | Daphnis nerii (Linnaeus, 1758) | Oleanderschwärmer |
| 06849 | Proserpinus proserpina (Pallas, 1772) | Nachtkerzenschwärmer |
| 06853 | Hyles euphorbiae (Linnaeus, 1758) | Wolfsmilchschwärmer |
| 06855 | Hyles gallii (Rottemburg, 1775) | Labkrautschwärmer |
| 06860 |
Hyles livornica (Esper, [1780]) |
Altweltlicher Linienschwärmer |
| 06862 | Deilephila elpenor (Linnaeus, 1758) | Mittlerer Weinschwärmer |
| 06863 | Deilephila porcellus (Linnaeus, 1758) | Kleiner Weinschwärmer |
| 06865 | Hippotion celerio (Linnaeus, 1758) | Großer Weinschwärmer |
