Endromidae (Birkenspinner)


Die Endromidae sind weltweit nur mit wenigen Arten vertreten und in Mitteleuropa durch eine einzige Art repräsentiert: den Birkenspinner (Endromis versicolora). Die Falter wirken kräftig gebaut, mit breiten, warm gezeichneten Flügeln in Braun‑, Ocker‑ und Weißtönen. Die Männchen sind auffällig tagaktiv und fliegen im zeitigen Frühjahr mit schnellem, ruckartigem Flug, während die schwereren Weibchen meist dämmerungs- oder nachtaktiv sind. Die Raupen sind grün, kontrastreich gezeichnet und besitzen eine charakteristische, leicht gestreckte Körperhaltung.

 

In Sachsen nutzt der Birkenspinner vor allem laubholzreiche Wälder, Waldränder und strukturreiche Mischwälder. Die Raupen leben überwiegend an Birke, seltener an Buche oder anderen Laubgehölzen, und benötigen gut entwickelte Strauch- und Jungwuchsschichten. Wichtig sind lichte, vielgestaltige Waldstrukturen, in denen sowohl ältere Bäume als auch jüngere Entwicklungsstadien vorhanden sind.

 

Der Birkenspinner reagiert empfindlich auf die Vereinheitlichung von Waldbeständen, intensive Forstwirtschaft und den Verlust von Jungwuchsbereichen. Auch die Reduktion von Birkenanteilen wirkt sich negativ aus, da diese vielerorts die wichtigste Raupennahrung darstellen. Sein Vorkommen weist auf naturnahe, strukturreiche Laub- und Mischwälder hin, in denen unterschiedliche Altersstufen und ausreichend ungestörte Entwicklungsbereiche erhalten geblieben sind. Damit ist die Art ein wertvoller Indikator für die ökologische Qualität waldgeprägter Lebensräume.

 


06784 Endromis versicolora (Linnaeus, 1758) Birkenspinner