Die Hepialidae (Echte Wurzelbohrer) gehören zu den urtümlichsten Nachtfaltern. Ein kräftiger Körperbau, schmale Flügel und ein oft ruckartiger, schneller Flug prägen ihr Erscheinungsbild. Besonders auffällig sind die Balzflüge der Männchen, die in der Dämmerung in gleichmäßigen Bahnen über Wiesen oder entlang von Böschungen patrouillieren. Die Falter nehmen keine Nahrung mehr auf und leben nur wenige Tage, in denen sie sich ausschließlich der Fortpflanzung widmen.
Die Familie umfasst in Europa keine Unterfamilien; alle Arten werden direkt den Hepialidae zugeordnet.
In Sachsen ist die Gruppe nur mit wenigen Arten vertreten, die überwiegend offene bis halboffene Landschaften nutzen. Der Große Hopfen‑Wurzelbohrer (Hepialus humuli) besiedelt feuchte bis frische Wiesen, Wegränder und extensiv genutzte Grünländer. Der Heidekraut‑Wurzelbohrer (Phymatopus hecta) bevorzugt dagegen trockene, sandige oder heidige Offenbereiche. Die Raupen leben verborgen im Boden und fressen an den Wurzeln verschiedener krautiger Pflanzen – eine Lebensweise, die sie gegenüber kurzfristigen Störungen relativ unempfindlich macht.
Trotz ihrer versteckten Entwicklung reagieren Wurzelbohrer langfristig auf Veränderungen in Nutzungsintensität, Bodenfeuchte und Vegetationsstruktur. Ihr Vorkommen zeigt an, wo noch extensiv gepflegte, blüten- oder grasreiche Offenflächen vorhanden sind. Damit tragen sie zur Einschätzung der ökologischen Qualität traditioneller Wiesen‑ und Heidelebensräume bei.
| 00063 | Triodia sylvina (Linnaeus, 1761) | Ampfer-Wurzelbohrer |
| 00069 | Korscheltellus fusconebulosa (De Geer, 1778) | Adlerfarn-Wurzelbohrer |
| 00067 | Korscheltellus lupulina (Linnaeus, 1758) | Kleiner Hopfen-Wurzelbohrer |
| 00078 | Phymatopus hecta (Linnaeus, 1758) | Heidekraut-Wurzelbohrer |
| 00080 | Hepialus humuli (Linnaeus, 1758) | Großer Hopfen-Wurzelbohrer |
