Die Noctuoidea bilden eine der größten und formenreichsten Überfamilien der Schmetterlinge. Viele ihrer Vertreter besitzen kräftige Körper, eher gedeckte Flügelfarben und eine überwiegend nachtaktive Lebensweise. Typisch sind die gut entwickelten Hörorgane (Tympanalorgane) an den Körperseiten, mit denen die Falter Ultraschall wahrnehmen und so Fledermäusen ausweichen können – ein Merkmal, das sie deutlich von vielen anderen Gruppen unterscheidet. Die Raupen sind meist robust gebaut und zeigen eine große Vielfalt an Färbungen und Lebensweisen, von kahl bis dicht behaart.
Zur Überfamilie gehören mehrere große Familien, darunter die Noctuidae (Eulenfalter), Erebidae (Bärenspinner, Trägspinner, u.a.), Nolidae (Graueulchen, Kleinbären) und Notodontidae (Zahnspinner). Diese Gruppen unterscheiden sich in Körperbau, Flügelzeichnung und Raupenmerkmalen, teilen jedoch die für die Noctuoidea typische Kombination aus kräftiger Gestalt, gut entwickelten Sinnesorganen und einer breiten ökologischen Anpassungsfähigkeit.
In Sachsen sind alle großen Familien der Noctuoidea vertreten und prägen einen wesentlichen Teil der Nachtfalterfauna. Ihre Raupen nutzen ein breites Spektrum an Wirtspflanzen – von krautigen Pflanzen über Sträucher bis zu Laub- und Nadelgehölzen – und besiedeln nahezu alle Lebensräume. Viele Arten lassen sich gut am Licht nachweisen, während andere durch Fraßspuren, Gespinste oder charakteristische Raupenformen auffallen. Die enorme Vielfalt dieser Überfamilie macht sie zu einem zentralen Bestandteil der sächsischen Lepidopterenfauna.
