Cossidae (Holzbohrer)


Die Cossidae (Holzbohrer) sind eine urtümliche Nachtfalterfamilie, die sich durch kräftige Körper, eher unscheinbare Färbung und eine mehrjährige Entwicklung im Inneren von Gehölzen auszeichnet. Die Falter sind überwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv und fliegen schwerfällig, während die Raupen verborgen im Holz leben und meist nur durch Bohrmehl oder typische, süßlich‑gärige Fraßgerüche auffallen.

 

Die Familie gliedert sich in zwei Unterfamilien: 

  • Cossinae – mit robusten Arten wie dem Weidenbohrer
  • Zeuzerinae – mit schlankeren, oft kontrastreicher gezeichneten Arten wie dem Blausieb

In Sachsen ist die Familie nur mit wenigen Arten vertreten, die sämtlich an gehölzreiche Lebensräume gebunden sind. Der Weidenbohrer (Cossus cossus, Cossinae) besiedelt feuchte Auen‑ und Laubwälder, größere Weidenbestände, Ufergehölze und andere strukturreiche Bereiche mit alten Bäumen. Der Blausieb (Zeuzera pyrina, Zeuzerinae) nutzt dagegen eher wärmere, halboffene Gehölzlandschaften wie Obstwiesen, Parks, Gärten und lichte Waldränder. Beide Arten benötigen Bäume oder Sträucher mit ausreichend starkem Holz, in dem sich die Raupen über mehrere Jahre entwickeln können.

 

Holzbohrer reagieren sensibel auf die Entfernung alter Gehölze, auf die Vereinheitlichung von Beständen und auf den Verlust von Totholz‑ und Halbtotholzstrukturen. Ihr Vorkommen zeigt an, wo alte, strukturreiche Gehölzbereiche noch vorhanden sind – sei es in naturnahen Auenwäldern oder in traditionell genutzten Kulturlandschaften. Damit tragen sie zur Einschätzung der ökologischen Qualität von Wald‑, Ufer‑ und Streuobsthabitaten bei.

Unterfamilie Cossinae


04151 Cossus cossus (Linnaeus, 1758) Weidenbohrer
04153 Acossus terebra ([Denis & Schiffermüller], 1775) Zitterpappelbohrer
04166 Dyspessa ulula (Borkhausen, 1790) Zwiebelbohrer

Unterfamilie Zeuzerinae


04176 Zeuzera pyrina (Linnaeus, [1760]) Blausieb
04178 Phragmataecia castaneae (Hübner, 1790) Rohrbohrer, Schilfrohrbohrer