06904 - Pyrgus malvae (Linnaeus, 1758)
RL D: V (Vorwarnliste) / RL SN: V (Vorwarnliste)
Der Malven-Dickkopffalter (Pyrgus malvae) ist eine typische Art wärmebegünstigter Offenlandschaften und strukturreicher Säume. In Sachsen bevorzugt er trockene, sonnige Standorte wie Magerrasen, Böschungen, lichte Waldränder und extensiv genutzte Wiesen. Historisch war die Art in zahlreichen Naturräumen vertreten: Im Dresdner Elbtal (Plauenscher Grund), im Mittelsächsischen Lösshügelland (Raum Freiberg, Roßwein, Hainichen), im Erzgebirgsbecken und den Randlagen des Erzgebirges (Annaberg-Buchholz, Schneeberg, Frauenstein) sowie im Vogtland (Plauen, Bad Elster). Auch die Oberlausitz (Bautzen, Löbau, Neudorf) und die Umgebung von Leipzig waren Teil des Verbreitungsgebietes.
Die regionalen Schwerpunkte lagen historisch in den wärmebegünstigten Lösshügellandschaften und den Flusstälern der Elbe und Mulde. Die Fundpunkte aus dem 19. Jahrhundert zeigen eine weite Streuung über Sachsen, mit Häufungen in den urbanen Randbereichen von Dresden, Chemnitz und Leipzig sowie in den offenen Kulturlandschaften der Oberlausitz.
Historische Nachweise reichen bis ins späte 18. Jahrhundert (Dresden-Plauen, 1790). Im 19. Jahrhundert war die Art in vielen Regionen präsent, jedoch stets an geeignete Offenlandbiotope gebunden. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Verlust extensiver Wiesen kam es im 20. Jahrhundert zu deutlichen Rückgängen. Aktuelle Nachweise sind selten und konzentrieren sich auf gepflegte Trockenrasen und naturnahe Säume, vor allem in Schutzgebieten und auf rekultivierten Flächen.


