06879 - Erynnis tages (Linnaeus, 1758)
RL D: * (ungefährdet) / RL SN: V (Vorwarnliste)
Der Dunkle Dickkopffalter (Erynnis tages) ist in Sachsen eine typische Art wärmebegünstigter Offenlandschaften. Er bevorzugt trockene, sonnige Standorte wie Magerrasen, Trockenhänge, Steinbrüche und lichte Waldränder. Die aktuellen Nachweise konzentrieren sich vor allem auf die Elbtalregion mit ihren Trockenrasenflächen, das Mittelsächsische Lösshügelland sowie Teile der Oberlausitz. Auch in den rekultivierten Tagebauflächen der Lausitz und in den Randbereichen des Erzgebirgsvorlandes wird die Art regelmäßig beobachtet. In den Mittelgebirgsregionen tritt sie nur vereinzelt auf, da dort geeignete Lebensräume fehlen.
Historische Funde von Erynnis tages in Sachsen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Art war stets an wärmebegünstigte, strukturreiche Offenlandbiotope gebunden und daher nie flächendeckend verbreitet. In den letzten Jahrzehnten zeigt sich eine gewisse Stabilität der Vorkommen, wobei die Art von der Pflege und Erhaltung von Trockenrasen profitiert. In Regionen mit intensiver Landwirtschaft und fehlender Habitatpflege sind hingegen Rückgänge zu verzeichnen. Klimatische Veränderungen könnten langfristig eine leichte Ausbreitung begünstigen, sofern geeignete Lebensräume erhalten bleiben. Die meisten aktuellen Nachweise stammen aus den letzten 20 Jahren, mit Schwerpunkten in den klassischen Trockenrasengebieten entlang der Elbe und in der Oberlausitz.
