06882 - Carcharodus alceae (Esper, [1780])
RL D: * (ungefährdet) / RL SN: 2 (stark gefährdet)
Der Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae) ist in Sachsen eine wärmeliebende Art, die bevorzugt in offenen, sonnigen Lebensräumen vorkommt. Typische Habitate sind Ruderalflächen, Brachen, Wegränder, Gärten und extensiv genutzte Wiesen, auf denen die Raupenfutterpflanzen wie Malvenarten (Malva spp.) wachsen. Die aktuellen Nachweise konzentrieren sich vor allem auf die tieferen Lagen Sachsens, insbesondere auf das Elbtal, das Mittelsächsische Lösshügelland, Teile des Leipziger Landes sowie die Oberlausitz. In den Bergbaufolgelandschaften der Lausitz und in städtischen Bereichen, wo geeignete Ruderalflächen vorhanden sind, wird die Art ebenfalls regelmäßig beobachtet. In den höheren Lagen des Erzgebirges und in geschlossenen Waldgebieten fehlt sie weitgehend.
Historische Funde von Carcharodus alceae in Sachsen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Art war stets an offene, wärmebegünstigte Standorte gebunden und zeigte eine gewisse Anpassungsfähigkeit an vom Menschen beeinflusste Lebensräume. In den letzten Jahrzehnten ist eine leichte Ausbreitung zu beobachten, insbesondere in urbanen und postindustriellen Lebensräumen, die durch den Rückgang intensiver Landwirtschaft und die Zunahme von Brachen begünstigt wurden. In Regionen mit intensiver Flächennutzung und fehlender Habitatvielfalt sind jedoch Rückgänge zu verzeichnen. Die meisten aktuellen Nachweise stammen aus den letzten 20 Jahren, mit Schwerpunkten in den wärmebegünstigten Naturräumen entlang der Elbe, im Leipziger Land und in der Oberlausitz.
