Die Saturniidae (Pfauenspinner) gehören zu den auffälligsten Nachtfaltern Europas. Ihre breiten Flügel mit charakteristischen Augenflecken verleihen ihnen ein markantes, fast ornamentales Erscheinungsbild. Die Falter sind kräftig gebaut, meist dämmerungs- oder nachtaktiv und nehmen als erwachsene Tiere keine Nahrung mehr auf. Die Raupen sind groß, farbenprächtig und tragen oft auffällige Dornen oder Knötchen, was sie unverwechselbar macht.
Die Familie gliedert sich in zwei Unterfamilien, die auch in Sachsen vertreten sind:
Das Saturnia pyri (Großes Nachtpfauenauge) wurde in Sachsen lediglich einmal und ohne bestätigte Etablierung gemeldet und gilt daher nicht als Bestandteil der aktuellen Fauna.
In Sachsen nutzen die Pfauenspinner ein breites Spektrum an Lebensräumen. Aglais tau (Nagelfleck) besiedelt vor allem lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder und strukturreiche Waldinnenränder. Die Raupen leben an verschiedenen Laubgehölzen wie Birke, Erle oder Weide. Saturnia pavonia (Kleines Nachtpfauenauge) hingegen bevorzugt offene bis halboffene Landschaften, Magerrasen, Heiden, extensiv gepflegte Säume und sonnige Waldränder. Die Raupen fressen an Sträuchern und Kräutern wie Brombeere, Weide oder Heidekraut und benötigen sonnige, ungestörte Entwicklungsbereiche.
Pfauenspinner reagieren empfindlich auf die Verbuschung und Nutzungsaufgabe von Offenland, auf die Intensivierung von Mahd oder Beweidung sowie auf die Vereinheitlichung von Waldbeständen. Auch der Verlust von Hecken, Feldgehölzen und lichten Waldstrukturen wirkt sich negativ aus. Ihr Vorkommen weist auf vielgestaltige, extensiv gepflegte Offenlandschaften und lichte, strukturreiche Wälder hin. Damit tragen sie zur Einschätzung der ökologischen Qualität halboffener und waldnaher Lebensräume bei.
| 06788 | Aglia tau (Linnaeus, 1758) | Nagelfleck |
| 06793 | Saturnia pyri ([Denis & Schiffermüller], 1775) | Wiener Nachtpfauenauge, Großes Nachtpfauenauge |
| 06794 | Saturnia pavonia (Linnaeus, 1758) | Kleines Nachtpfauenauge |
