Die Hepialoidea gehören zu den ältesten Linien der Schmetterlinge und unterscheiden sich in mehreren Merkmalen deutlich von den meisten anderen Überfamilien. Ihre Falter besitzen einfache, oft nur schwach gezeichnete Flügel und stark reduzierte Mundwerkzeuge – sie nehmen als erwachsene Tiere keine Nahrung mehr auf. Auch ihr ruckartiger Flug weist auf den ursprünglichen Bau des Flügelgelenks hin, der sich deutlich von dem modernerer Schmetterlingsgruppen unterscheidet.
Zur Überfamilie gehören in Mitteleuropa vor allem zwei Familien: die Hepialidae (Echte Wurzelbohrer) und die Pharmacidae (Kleine Wurzelbohrer). In Sachsen ist ausschließlich die Familie der Echten Wurzelbohrer vertreten. Deren Raupen leben verborgen im Boden und ernähren sich von den Wurzeln verschiedenster krautiger Pflanzen und Gräser. Diese versteckte Lebensweise macht die Tiere im Gelände schwer nachweisbar; am ehesten fallen sie durch die dämmerungsaktiven Schwärmflüge der Männchen auf.
In Sachsen ist u. a. der Hopfen-Wurzelbohrer (Hepialus humuli) verbreitet. Die weißen Männchen führen im Juni und Juli auffällige, stationäre Balzflüge über offenen Flächen aus und verraten so die Anwesenheit der Art, während die Raupen aufgrund ihrer unterirdischen Lebensweise nur selten beobachtet werden.
